Wenn technisches Handwerk auf Menschlichkeit trifft
Es gibt Lebensläufe, die lesen sich wie ein gerades Lineal. Und es gibt Lebensläufe, die lesen sich wie ein Abenteuerroman. Bei QAware sind wir auch Fans der zweiten Variante. Denn Software Engineering ist mehr als Syntax und Semantik. Es ist die Summe aus Erfahrung, Perspektive und Persönlichkeit.
Lior Gronau, Software Engineer* bei QAware, hat keinen dieser glatten Lebensläufe. Sie hat eine Geschichte. Eine Geschichte über das Ankommen, über das Durchbeißen und die Erkenntnis, dass man Code nicht nur schreiben, sondern auch fühlen muss.
Wie alles begann: Die Neugier als Kompass
Liors Geschichte beginnt in einem Land, das für seine pulsierende Startup-Kultur und den Drang zur Innovation bekannt ist. Schon früh prägte sie der Gedanke, wie Technologie, etwa im Bereich Energy Tech, unseren Alltag nachhaltig verändern kann.
Lior beschreibt sich selbst als jemanden, die sehr gerne außerhalb der eigenen Komfortzone agiert:
“Ich bin nie in meiner Komfortzone, aber ich finde, genau das bringt mich weiter und gibt mir die Möglichkeit mich zu verbessern.”
Dieser Drang zur Weiterentwicklung sollte ihr wichtigster Begleiter werden, als sie in ihrer Heimat eine Entscheidung traf. Eine Entscheidung, die vieles veränderte. Sie ging nach Deutschland.
Die Ankunft: Voller Fokus auf Entwicklung
Angekommen in München, stand Lior zunächst vor einer großen Herausforderung. Sie kam ohne Deutschkenntnisse an und erinnert sich noch sehr gut an das Gefühl, wenn bspw. die Bahn ausfiel und sie die Durchsagen nicht verstand: “Es hat mich genervt, dass ich nichts verstanden habe”, erzählt sie.
Aufgeben war für Lior zu keiner Zeit eine Option und sie nahm einen Job bei den Sicherheitskontrollen am Flughafen an. Die Schichtarbeit war fordernd. Doch Lior hatte einen Plan: Ihre freien Minuten verbrachte sie damit, Deutsch zu lernen. Eineinhalb Jahre lang, bis sie die Sprache beherrschte.
Ihr Einsatz zahlte sich aus. Sie lernte nicht nur fließend Deutsch, sondern wurde in ihrem Job zur HR-Managerin ihrer Station befördert. Plötzlich trug sie Verantwortung für 30 Mitarbeitende und beschäftigte sich mit Gehältern, Verträgen und vieles mehr. Sie hat gezeigt, dass sie Führung übernehmen und Herausforderungen lösen kann.
Die Entscheidung: Ein 2-Stunden-Informatik-Video das alles veränderte
Die Corona Pandemie brachte eine Zwangspause und damit viel Zeit mit sich. So konnte sich Lior intensiv ihrem Wunsch nach einem Studium widmen. Informatik ist ein Fachgebiet, das sie sehr fasziniert. Durch ihren Onkel, einem Tech-CEO und einem Bekannten bei einem internationalen Tech-Konzern, wurde sie stark inspiriert.
Ein Video auf einer großen Social Media Plattform wurde zu einem wertvollen Moment. Sie sah sich ein zweistündiges Video zum Thema “Einführung in die Informatik” an und war überzeugt: “Das hat mich richtig interessiert. Ich mag dieses logische Denken.”
Sie schrieb sich an der Hochschule München für Informatik ein. Was folgte, war jedoch die nächste Hürde. Ein hochkomplexes Studium in einer Fremdsprache und der bayerische Dialekt im Hochschulkontext. “Ich hätte Untertitel gebraucht.”, sagt Lior lachend, als sie an die Zeit zurückdenkt. Sie musste an vielen Stellen härter arbeiten als andere, Fachbegriffe übersetzen und Logik verstehen. Dazu kam, dass weibliche Kommilitoninnen rar gesät waren. Doch Lior ließ sich davon nicht abbringen: “Ich habe dieses Dranbleiben gelernt.”, sagt sie stolz.
Die erste Begegnung: Warum QAware anders war
Auf der HOKO-Messe an der Hochschule München suchte Lior nach einem Unternehmen, bei dem sie ihre Bachelorarbeit schreiben konnte. Als sie an den Stand von QAware kam, fand sie dort keine klassische HR-Präsentation, sondern ein echtes Gespräch auf Augenhöhe.
Dabei erinnert sie sich noch ganz genau an den ersten besonderen Moment: “Ich habe sofort mit Sara Kosanović gesprochen. Das war für mich ein schöner Moment zu sehen, dass da eine Frau ist, eine Software Engineerin, die mir wirklich von ihrem Alltag erzählt und die wirklich programmiert.”. Die Offenheit des Teams, vertreten durch Kolleg*innen wie Charlotte Kuhn und Nicholas Aiken, überzeugten sie sofort und haben ihr gezeigt: Hier zählt der Mensch.
In diesem Jahr nahm Lior erneut an der HOKO teil. Diesmal als Teil des Teams und begeisterte Studierende für QAware.

Lior, als Teil des QAware Standpersonals, auf der HOKO 2025 (v.l. Charlotte Kuhn, Jens Wetterich, Michelle Trybel, Lior Gronau)
Der Start bei QAware: Vom Campus ins Team
Ihr Weg bei QAware führte von der Bachelorarbeit bis hin zur Festanstellung. Ein Schlüsselmoment für ihr Zugehörigkeitsgefühl war das Engineering Camp. Obwohl sie damals noch Studentin war, fuhr sie mit dem gesamten Team mit. Sie bekam ein eigenes Zimmer, genau wie alle Vollzeit Teammitglieder und saß Abends mit dem Team zusammen. “Ich kannte niemanden außer meinem Betreuer, aber alle haben mit mir geredet und ich hab mich sofort zugehörig gefühlt.”
Was sie an QAware überzeugt, fasst Lior in drei Worten zusammen: “Wertschätzend, lernorientiert und flexibel.”
Sie schätzt zudem das Grundvertrauen, das den Mitarbeitenden entgegengebracht wird. Egal ob Praktikant*in, Werkstudierende, Festangestellte. Niemand wird kontrolliert, ob er oder sie am Schreibtisch sitzt. Das Vertrauen ist einfach da.
Auch als ihr Professor vorschlug, ihre Bachelorarbeit als Paper zu veröffentlichen, unterstützte QAware ohne zu zögern.
Ihre Rolle heute: Software Engineer* im Automobil-Projekt
Heute arbeitet Lior in ihrer Rolle als Software Engineer* bei QAware, in einem anspruchsvollen Projekt für einen internationalen Automobilhersteller. Die Aufgabe: Die Neuentwicklung eines komplexen Frontends für das After-Sales-Programm, das riesige Altsysteme ablösen und integrieren soll.
Die Herausforderung ist anspruchsvoll. Die fachlichen Systeme riesig und das Domänenwissen komplex. Bei QAware lernt man sehr schnell die richtigen Fragen zu stellen, um die passende Lösung zu entwickeln.
Die sofortige Verantwortungsübernahme hat Lior begeistert. Als sie merkte, dass Unterstützung bei bestimmten Punkten notwendig ist, zögerte sie nicht danach zu fragen. Bei QAware erlebt man keine Barrieren. Hier gibt es keine Vorwürfe, sondern sofortige Unterstützung.
Der Mehrwert: Effizienz und “Happy Moments”
Lior bringt zudem noch einen weiteren wertvollen Impuls mit: “Als Frauen nehmen wir Dinge manchmal anders wahr”. Für sie ist Software nicht nur ein funktionierender Code, sondern: “Technisches Wissen plus Zwischenmenschlichkeit.” Sie achtet darauf, dass die Oberfläche nicht nur läuft, sondern sich für die nutzende Person gut anfühlt.
Das Ziel ihrer Arbeit ist klar: Die Mitarbeitenden beim Kunden sollen “so wenig wie möglich zusätzliche Handgriffe tätigen müssen, um ihre Arbeitspakete zu finden.” Die Devise: Effizienz durch intuitive Bedienung.
Der schönste Lohn für diese Mühe ist für Lior die direkte Resonanz. Als sie kürzlich ihre Ergebnisse im Sprint-Review präsentierte, war die Produktverantwortliche Person beim Kunden begeistert: “Sie war vollkommen glücklich und hat das auch geäußert. Das ist für mich ein Happy Moment.”. Das ist der Beweis, dass ihre Arbeit echten Nutzen stiftet und gesehen wird.
IT im Alltag und eine Botschaft an Frauen
Wie sehr die IT Liors Denken verändert hat, merkt sie auch privat. Ihre Leidenschaft ist das backen. Früher ärgerte sie sich, wenn sie Rezepte per Hand umrechnen musste, um in kleineren Mengen zu backen. Heute erledigt das ein selbstgeschriebenes Programm.
Wenn Lior heute zurückblickt, sieht sie einen Weg, der Mut erfordert hat. Ihre Botschaft an junge Frauen, die über eine Karriere in der IT nachdenken, ist daher klar und kraftvoll:
“Es wird nicht leicht, aber trau dich. Es lohnt sich. Man muss am Anfang nicht perfekt sein. Das Wichtigste ist, Fragen zu stellen, neugierig zu bleiben und nicht zu erschrecken, wenn man die einzige Frau im Raum ist. Diese Perspektive wird gebraucht.”
Liors Geschichte zeigt, was QAware ausmacht: Wir suchen nach Menschen mit echter IT-Begeisterung, nach Menschen mit Charakter und der Fähigkeit, über den Tellerrand zu blicken. Denn technische Exzellenz entsteht dort, wo Menschen sich sicher fühlen, wo sie lernen und über sich hinauszuwachsen.
* Geschlecht, Herkunft etc. sind für uns keine Bewertungskriterien. Hauptsache, du bist genauso technologiebegeistert wie wir.
Ein Beitrag von
Sabine Lange
Sabine Lange ist Senior Referentin für Personalmarketing & Employer bei QAware und seit Anfang des Jahres 2023 im Unternehmen [...]